Ein wenig Ruhe

Es ist Samstagabend. Da ich in der Innenstadt lebe, finde ich es immer wieder interessant, wie sehr sich nun die Menschen ins Nachtleben stürzen. Davon bin ich sehr weit weg. Mein Nachtleben beschränkt sich auf Serien schauen, die Sterne bewundern und schlafen gehen. Dafür bin ich morgens früh auf und nutze eben den Tag. Und das Sonnenlicht. Entweder werde ich alt, oder ich bin langweilig. Doch jedem das Seine, oder?

Die Woche verlief erstaunlich ruhig. Vor allem was Lärm anging. Gestern oder heute oder Montag müsste dann spätestens mein Nachbar böse Post bekommen. oder bekommen haben. Ja ich habe ein wenig Angst, dass es eskaliert, oder was passiert, sollte ich ihn mal treffen. Doch ich merke auch wie gut mir die Ruhe tut. Wie sehr ich meine Wohnung wieder zu schätzen weiß, erst recht, weil der Markt so abgegrast ist.

Ich hoffe ernsthaft, dass sich das Problem bald erledigt hat.
Am Donnerstag war die Eröffnung der Kunstausstellung bei uns. Dafür schrieb ich das Konzept für dem Chef vom Chef und auch sonst alle Texte. Ich durfte dabei sein, Jemand musste ja auch Fotos machen. Ich zog mich schick an und holte die Highheels mal wieder hervor. Es machte mir großen Spaß. Dabei lernte ich einen der Künstler kennen, der sich wünscht, dass ich seine Homepage neu mache. Sofort ging bei mir die Angst los. Er …ist …. ein… Mann. Ich soll zu ihm ins Atelier? In ein Dorf nahe meiner Stadt? Wo ich kein Auto habe? Panik.

Panik schiebe ich oft und dann will ich nur noch weg oder um Hilfe schreien. Es ist ein Muster. Ich kann dann nicht die Ruhe behalten. Lösungen und Hilfe muss dann einfach her. So rief ich zu oft meine Vermieterin an und nervte sie, was sie mir auch sagte. Es endete damit, dass ich nach dem Telefonat ja in Tränen ausbrach. Das war am Dienstag. Dann am Donnerstag Panik weil ich nach der Eröffnung der Ausstellung nicht an meine Tasche und Jacke kam und im Gebäude nicht weiter kam. Es war nach Ladenschluss und schon viele Türen dicht. Ich war allein im EG. Meine Kollegen im OG. Musste mit dem Fahrstuhl hoch und Panik sie wären weg. Ich allein ohne Tasche und Schlüssel zu meiner Wohnung. Ein Unsinn. Sie würden sicher noch da sein. Ich hatte aber auch Glück  Denn ich wäre auch nicht in die Personalräume gekommen. Obwohl es ganz einfach war. Chef hat ja den Schlüssel. Panik. Meine Stimme überschlägt sich dann und ich werde vor lauter Angst nur aggressiv. Mein Chef nur dann lauter bestimmt „keine Panik“

Wüsste er noch nichts von der Kopfmacke  so wäre es nun wohl klar.

Ich verstehe diese Reaktion nicht so ganz. Vor allem würde ich mir wünschen nicht so kindlich, sondern erwachsen zu reagieren.

Ich bin jetzt 30. Und doch fühle ich mich oft wie ein Kind. Oder jedenfalls deutlich jünger. Ich habe schnell Angst und bin überfordert. Ich schaffe alles, fahre durch die Gegend, wohne allein und alles. Doch wenn ich gleichaltrige Menschen sehe, so frage ich mich, wann ich dann denn dann wohl erwachsen werde. Ich komme mir so jung, so ohne Selbstsicherheit und Gelassenheit vor.

Advertisements

Absage

Tja nun. Es gab fünf feste Bewerber. Ich habe die Wohnung nicht bekommen. Die Maklerin behält mich aber auf dem Schirm

1200 Euro für Wohnungsbaugenossenschaftsanteile habe ich auch nicht. Derzeit ist keine Wohnung in meiner Preisklasse in der Zeitung, ImmoScout, Ebay. Beim Wohnungsträger der Stadt stehe ich auf einer Liste

Ich lebe in einer Großstadt. Der größten in dieser Region in dem Bundesland mit den vielen Einwohnern. Die Uni baut aus, die kleinen Wohnungen sind begehrt. Nächstes Jahr falle ich in die Grundsicherung.

Meine Wohnung darf maximal 50 qm haben zu 245 Euro kalt. Kann gedrückt werden mit Krankheit und Energieausweis auf 300 Euro.

Somit habe ich eine kleine Auswahl. Da ich kein Auto habe und auch völlig desolat zum Arzt kommen muss, kommt ein Randgebiet mit 1 Stunde Anfahrt im ÖPNV nicht in Frage.

Ich bin kein Opfer und ich will dem Täter nicht das Feld überlassen.

Dafür bin ich im engen Kontakt mit meiner Vermieterin. Ich habe ein detailliertes Lärmprotokoll geführt. Freunde waren auch anwesend, als der Herr Nachbar laut wurde. Somit gibt es Zeugen.

Die zweite Abmahnung erhält der Nachbar Ende der Woche. Sprich dann ist sie per Rechtsanwalt wasserdicht und im Postkasten. Dann dauert es noch eine Woche, ob er Widerspruch einlegt. Tja und dann…. Dann steht die Kündigung auf dem Plan. Meine Vermieterin hat wohl noch andere Dinge an der Hand, als nur den Lärm.

Auch sind gerade Wohnungen im Komplex frei. Meine Vermietern prüft, ob die in meiner Preisspanne sind und bietet einen Umzug im Haus an.

Erstmal soll ich mich 14 Tage gedulden. Sie war leicht genervt von mir, da ich in meiner Panik öfter mal anklingelte und nicht wusste, dass es ein Telefonsystem gibt und sie jedes Mal eine Mail erhält. Mein Gott was war ich beschämt. So beschämt. Doch sie kann es verstehen.

Da sie weiß, dass der Nachbar, weiß was er tun muss, um ungeschorren davon zu kommen, will sie halt alles vom Rechtsanwalt prüfen und verfassen lassen. Zeigt aber auch, dass sie sich rein hängt und naja auf meiner Seite ist.

Mein Plan. Warten. Der Wohnungsmarkt ist gerade eh leer. Ich schreibe weiter auf und lasse mir selbst nichts zu Schulden kommen. Auch kein Staubsaugen auf einem Sonntag.

Spätestens bis zum Sommer muss eine Lösung her. Denn eines habe ich rausgefunden. Das Hotel macht mal Party ja, doch der Herr Nachbar nutzt jeden Lärm draußen, um selbst laut zu sein. Somit hängt alles an diesem Idioten. Sein Bruder ist der Vorgänger in meiner Wohnung gewesen und wurde per Gericht aus der Wohnung geschmissen. Wusste ich natürlich vorher nicht. Somit ist klar, ziehe ich aus, wird sich mein Nachmieter wohl auch beschweren. Es wollen also alle Ruhe.

Meine Vermietung vermietet in ganz Deutschland, vornehmlich Banken und Bürogebäude. Finanzielle Mittel sind also da für einen Rechtsstreit.

14 Tage. 14 Tage. Das gibt mir Kraft.

Vorerst.

Thema Wohnung

Eines weiß ich, dass ich einfach nicht weiß. Am Samstag lernte ich die Vermieter der „neuen“ Wohnung kennen. Anfang der Woche bekomme ich dann Bescheid. Ich bin in der engeren Auswahl.

Was wenn ich sie kriege, die Wohnung? Da geht so viel Panik los und der Gedanke, ich will her nicht weg.

Denn meine jetzige Vermieterin hat die Faxen dicke. Ich habe mit ihr gesprochen. „Ich ziehe aus“….. Das hat gewirkt. Sie wird eher dem Nachbarn eine Kündigung schicken, als mich als Mieterin verlieren zu wollen. Wir reden da nochmal drüber. Die zweite Abmahnung hat er schon. Der Lärm sei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der hat sich wohl noch anderweitig unbeliebt gemacht.

Nun ist es recht ruhig hier. Auch der HipHop-Nachbar zieht bald aus. Was wäre also, wenn meine jetzige Wohnung ruhig werden würde?

Das macht mich sehr fertig. Ich weiß nicht mehr was ich möchte und was richtig wäre. Beim Gedanken auszuziehen, fängt ein Teil in mir an zu weinen. Was haben wir nicht alles in die Wohnung investiert. Gemacht und getan. Ich springe die ganze Zeit hin und her.

Dort hätte ich eine große Küche. Gestern aber habe ich erfolgreich Kürbis-Quiche in meiner gemacht, geht also auch. Dort kann der Kater nicht mehr durchs Fenster auf den Laubengang…. Dort wäre aber auch Platz für eine Zweite Katze. Doch was das alles kosten wird. Willst du das wirklich.

Ich fühle mich hier doch wohl. Von wegen. Und was wenn der Sommer wieder so laut wird. Und was mit dem Hochhaus, dass in Zukunft umgebaut werden soll? Ja und was wenn überhaupt.

Es ist zermürbend. Jetzt hängt sich meine Vermietung rein. Kann ich sie dann enttäuschen? Und was mit dem zukünftigen Vermieter? Kann ich dem dann absagen? Was soll ich bloß tun???

Dieser ewige Konflikt. Ich merke aber, es hängt alles daran, ob der Nachbar geht oder nicht. Denn allein das Wissen, dass er mich sehen könnte, wenn ich über den Platz gehe, macht mir Übelkeit. Und immer horche ich, ist es ein Poltern nur, oder sein Bass. Ist es ein normales Gespräch oder Geschrei?

Mein Kopf gaukelt mir da auch Geräusche vor….

Ich bin so verunsichert. In der neuen Wohnung hätte ich aber mehr Räume. Einfach, da man in der Wohnküche leben kann, im Schlaf-Wohnraum, und der Flur auch eher ein Wohnraum ist, da er so groß ist. Hier habe ich ja nur einen Raum, einen großen Raum, aber nur einen Raum. Ich kann Küche und Flur nicht zum Aufenthalt nutzen.

Am meisten scheue ich die Arbeit. Bekomme ich die Kaution komplett wieder? Das wären 900 Euro. Ich müsste in der neuen Wohnung die Küche ablösen. Der Mieter will 350. Das im Verhältnis zu teuer. Dann ein neuer Kleiderschrank und ein neuer Kühlschrank, da beides sehr altersschwach bei mir ist. Muss ich dann meine jetzige Wohnung streichen? Ich habe sie verwohnt übernommen, so recht sehe ich es nicht ein.

Seit 2 Jahren will ich immer mal wieder Phasenweise umziehen, meist im Sommer, wenn draußen auf dem Platz die Menschen so laut sind. Ist das ein Zeichen?

Ich kann mich nicht entscheiden. Kann ich einfach nicht. Ich habe so gegensätzliche Meinungen. Es ist zum verrückt werden.

Irgendwer eine Meinung dazu? Gerne

Daumen drücken

Es war eine harte Woche. Ich bin mehr als nur müde. Seit Sonntag macht hier konstant wer Lärm. Erst war es das Hotel, der Nachbar stimmte mit ein. Dann war es der Hiphop- Nachbar. Und dann. Dann gab es in der Nacht in der Wohnung unter mir über Stunden heftige Auseinandersetzungen. Einer schrie, der miese Nachbar, und prügelte auf die Wohnung ein. Es war ein gepolter, Glasflaschen flogen und die Wände wurden bearbeitet. Das zog sich bis rund halb zwei Nachts. Ich lag wach im Bett und lauschte auf jedes Wort, jedes Geschrei. Wie früher, als Kind. Und immer horchte ich, ob es gefährlich wird.

Dann kam eine Erinnerung hoch eines Übergriffs. Völlig wirr und losgelöst von allem. Ich fragte eine Traumabeere, ob sie mir das wirklich zeigen wolle. Doch sie wollte ich hielt aus. War auch eh völlig eingefroren.

Es war brutal. Er schlug meinen Kopf wieder und wieder auf den Boden. Ich war durch. Die Nacht schlief ich nicht. Ich bin immer mehr in Aufruhr. Meine Thera brachte mir in einer Notfallsitzung hilfreiche Übungen bei. Doch mit dem Lärm in meiner Wohnung gerät immer der Panikschalter an. Kommt er oder nicht.

Mittlerweile höre ich den Bass aus der Wohnung, auch wenn es schon längst aus ist. Einfach weil mein Kopf es mir vorgaukelt. Ich muss hier raus. Gestern schaute ich mir eine Wohnung an und ich fand sie wirklich schön. Klein, nicht perfekt, doch ruhig. So ruhig.

Ich muss hier weg. Es ist nicht sicher. Meine Tür ist nicht sicher, nichts ist sicher. Ich kann mich nicht verstecken oder schleichen. Mich nicht unsichtbar machen. Alle können mich hören. Ich darf kein Licht machen, nicht atmen, nicht da sein.

Diese Ängste blockieren mich und machen mich immer mürber. Auch zu Recht. Und immer und immer wieder kann ich nicht fassen, das ich diese Dinge wohl erlebt habe, dass ich so groß wurde.

Wie lang war es verschüttet. Wie lang ging ich stumpf und ohne Gefühl durch mein Leben, wie lange lebte ich hinter dicken Glas.

Nun bin ich ein Teil der Welt. Und der Preis ist wohl, dass diese Welt mir auch zu nahe ist und mir weh tut.

Doch all dies ist besser, als ohne Gefühl und ohne Verbindung zu sein.

 

Ruhe? Bitte gerne

Die Woche war ich kaum arbeiten, Urlaubsbedingt. Doch das brauchte ich auch. Es ist zu viel passiert. Dienstag schaue ich mir eine Wohnung an. Ich hoffe, dass ich sie kriege. Allein der Gedanke an einem Umzug hebt meine Stimmung.

Dienstag setzte ich Sertralin hoch. Noch merke ich nichts Negatives, auch nichts Positives. Was ja gut ist.

Auf der Arbeit hat mir ein männlicher Kollege entweder Avancen gemacht „Ich möchte der sein, der deine Hände wärmt“ oder er hat sich einfach total dämlich ausgedrückt. Egal was es war in mir brach ein Sturm los. Die Kleinen gerieten in Panik und wollten nur noch weg, die Teenies fühlten sich unter Druck nun doch den Mann zu nehmen, denn sonst wolle uns ja keiner. Nein sagen darf man auch nicht. Ich als Erwachsene war dann mal gar nicht mehr anwesend. Der Tag war dann mehr oder minder gelaufen. Denn mein Körper hatte so seine ganz eigene Antwort und schickte mir Körperflashbacks.

Ich habe ihm, wenn da was war, einen Korb gegeben, mal davon ab, dass er Kind und Frau hat. Was die Sache abstrus macht. Doch seit dem Tag ist ein Teil sehr verzweifelt, ich kriege ihn nicht zu fassen. Todessehnsucht, Angst vor der Arbeit und das Gefühl nicht mehr sicher zu sein. Ich verstehe es nicht so recht. Doch diese heftige Reaktion auf eine komische Aussage und den Versuch den Arm um mich zu legen ist mehr als deutlich. Und gerade das macht mich kalt. Und leer. Denn es ist wie mit Rauch und Feuer. Ohne Feuer kein Rauch und wenn man kein amerikanischer Ureinwohner ist dann auch ohne Rauch kein Feuer.

Und parallel leugnete ich, als ich in der Situation war und nicht ohne Drama hätte fliehen können, dass das überhaupt passiert. Dass dies nicht real sein kann. Ich hing also da und dachte die ganze Zeit. Das ist nicht passiert, es fühlte sich nicht mehr real an. Ich sprach den Herren noch einmal an, wie er es meinte und ich war nicht mehr ich. Mein Gesicht muss irre gewirkt haben. Er schaute mich unsicher lächelnd an und meinte nur dass ich und er gleich verstehen würden, was er gemeint hätte, als ich ihn auf die Doppeldeutigkeit ansprach…. Oh mein Gott er machte mir tatsächlich Avancen????? Das wird mir erst jetzt richtig klar. Mein Gott, muss ich jetzt Ja sagen? Muss ich ihn jetzt auf die Art mögen? Muss ich … Allein der Gedanke ihn in meine Wohnung oder sonst wohin zu lassen, da setzt bei mir alles aus. Und ich sehe die Kleinste schreien. …

Toll. Wie soll ich jetzt Montag zur Arbeit gehen? Falls ich umziehe brauche ich doch den LKW der Firma. Und ich will dem Mann auch nicht jede Minute aus dem Weg gehen. Was mache ich nur. Ich meine er hatte mir den LKW angeboten. Also müsste ich ihn fragen. Muss ich also Ja sagen????

Moment das kommt nicht von mir..

Ich möchte wirklich und einfach gerne Ruhe und wirklich manchmal einfach verstehen was mit mir los ist. Das wird alles zu ermüdend.

Meine Mutter wird heute von meinen Vater aus der Hauptstadt abgeholt. Netzhautablösung mit Loch im Glaskörper. Sie kann von Glück reden, wenn das Auge noch 40% Sehkraft haben wird. Das verändert für meine Eltern sehr viel. Sie darf sich nicht anstrengen und keinen Stress haben. Meine Schwester geht es dabei nur um Weihnachten. Meine Eltern wollten runter nach Bayern. Nun wollen sie und ihr Mann doch hoch kommen. Sich bei meinen Eltern samt Kind und Au Pair Mädchen bedienen lassen. Von meiner Mutter. Mein Vater war sehr sauer. „Dann kommt ihr also nicht zu uns“ O-Ton meiner Schwester.

Eine wunderbares Beispiel für meine Familie. In solchen Momenten bin ich froh, dass ich davon weiß, denn dann kann ich aufhören meine Schwester zu vermissen.

Ich hoffe meine Mutter übersteht alles gut und meine Eltern kommen klar daheim. Das wird nicht leicht für sie.

Gestern sah ich dann noch M. Nach Monaten der Stille ging er im Laden an mir vorbei. Er sah mich nicht. Ich schob nur Panik und lief dann sehr verwirrt durch die Straßen. Im Endeffekt hat er mir sehr weh getan. Doch macht dies die schöne gemeinsame Zeit nicht geringer.

Und immer mehr merke ich, dass ich kein einheitliches Ich bin. Ich merke, wie ich mir uneins bin, wie ich differenziert bin. Ich merke die Traumabeeren mehr als deutlich und mein Bester J merkt sogar Wechsel im Alltag. Dann frage ich mich, ob ich im Alltag wirklich immer eine einzige Beere bin.

Was zum..

So recht verstehen tue ich es nicht gerade. Meine Ärztin möchte einen runden Tisch mit dem Oberarzt der Ambulanz und meiner Therapeutin. Und dann möchte die Sozialdame von der Arbeit mit meiner Ärztin sprechen. Ich begreife das nicht. Warum die Welle?

Dann soll am Besten die Klinik noch mit ins Boot, damit mal alle an einen Strang ziehen. Meine Thera nimmt meinen Fall in ihre Supervision und meine Ärztin ebenso. Bin ich so desolat? Oder was passiert hier?

Oder möchten sie mir nur gut helfen können. Ehm ja. Ich denke es ist den Anteilen geschuldet und dass DBT eben nicht mehr das Alleinheilmittel ist. Doch es irritiert mich. Und macht mir Angst.

Angst ist eh gerade ein großes Thema. Es wird nun Sertralin eindosiert und ich hoffe meine Thera stellt bald eine Diagnose. Sie fragte mich, ob ich ambulant noch klar komme. Ja schon. Ich kann halt nur nicht entspannen. Dass das grenzwertig ist, weiß ich. Ich stärke den erwachsenen Anteil. Die Traumabeeren sind wieder aktiver.

Meine Mutter muss morgen in die Charité nach Berlin. Vom Nordwesten NRWs ist das ein Ritt. Sie hat eine Einblutung ins Auge. Mein ach so toller Bruder [Täter] passt  ganz netterweise auf  die Hunde auf. Was ein lieber Kerl.

Meine Eltern fahren morgen nach Berlin. Donnerstag wurde der Termin gemacht. Von der Augenärztin in P. Ich habe Sorge. Große Sorge.

Tja und ich? Ich gehe zur Arbeit und schlage mich durch, versuche mir eine gute Zeit zu machen, dabei bin ich aber auch sehr angestrengt und müde.

Die Wohnsituation wird immer belastender. Der Nachbar, der mir 2016 angriff, ist wieder sehr laut und schreit seinen Partner massiv an. Es schlägt und rumpelt in der WOhnung. Terror. Dann hört er oft sehr laut und sehr lange Musik. Ich fühle mich nicht sicher und meine Thera möchte, dass ich ernsthaft eine neue Wohnung suche. Auch ist die Nachbarwohnung nicht gut schallentkoppelt. Ich kann den andern Nachbarn husten hören. Und reden. Er mich wohl auch.

Doch kein Vermieter nimmt mich. Mit Rente und Übergangsgeld. Also bewerbe ich mich bei der Stifung (Wohnungswirtschaft) unter der ich nicht nur arbeite, sondern auch meine Ärzte habe. Es ist eine Vereinigung, die Krankenhäuser unterhält, das Gebrauchtwarenkaufhaus und Einrichtungen für Behinderte sowie Schulen. Ein ganzer Ortsteil ist dieser Stiftung zugeschrieben. Dort hätte ich vielleicht ein Anrecht auf eine Wohnung. Im Grünen. Das wäre ein Traum. Fragt sich nur ob es klappt und ich es bezahlen kann. Doch dort wäre meine Krankheit und mein Status kein Hindernis.

Eigentlich will ich seit 2 Jahren ausziehen, doch der Markt ist schwer und ohne normalen Job und Einkommen bleiben mir kaum Wohnungen, oder nur Welche von der Stadt. Mit dem gleichen sozialen Milieu, was ich jetzt schon um mich habe. Ich möchte das nicht mehr. Ich brauche Ruhe. Einer meiner Nachbarn (40 Parteien) geht in der Stadt betteln. Gott weiß für was. Ich will es nicht wissen.

Ich bin eigentlich frei von Vorurteilen. Nur ist das Viertel sehr dicht bebaut und in der Innenstadt. Drogenspritzen vor der Haustür und Partyleichen helfen mir einfach nicht. Das wäre zu ertragen würde unter mir nicht ein Mensch wohnen, der schreit, aggressiv ist und mir eine Fensterscheibe eingeschlagen hat.

Ich bin müde. Es geht mir nicht wirklich gut. Ich komme klar und gehe dem Alltag nach. Habe auch schöne Stunden am Tag. Es kostet nur sehr viel Kraft. Ich kann einfach nicht mehr ausruhen und auftanken.

Kommentar bitte gerne.

Es rumpelt

Der Stress auf der Arbeit gerade ist immens. Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und als Gebrauchtwarenkaufhaus haben wir das einfach mal Großes vor. Dann ist im Laden gerade noch eine Kunstausstellung. Ich habe alle Hände damit zu tun zu texten, Silberbestecke in den Verkauf zu bringen, das Team zu unterstützen und Aufgaben für den Chef zu erledigen. Mal wieder halten Krankheit und Urlaub unsere Mannschaft klein. Meine Fachanleiterin ist extrem gestresst und ich einfach nur noch müde.

Ich gebe gerade alles was ich habe. Irgendwie schlafe ich nicht so gut. Es sind oft wirre Träume und auch Albträume, die mir die Ruhe nehmen. Die letzte Therapiestunde war anstrengend, wenn auch ungemein konstruktiv.

Meine Dame Thera ist sich sehr sicher und davon überzeugt, dass da in mir Anteile sind, Ego States. Immer öfter habe ich Momente, wo ich komplett Viele im Kopf bin und mein Körper nur noch sabbernd existiert. Dann kommen auch immer mehr Erinnerungen aus dem Traumaland hoch. Derweil ist die Zweiflerin extrem anstrengend und sehr verfahren.

Meine Dame Thera möchte nun nach und nach die Oberflächen Beerenteile kennenlernen. Dabei stabilisierende Dinge lernen, um dann irgendwann sich die Traumabeeren zu betrachten. Sie möchte Anteile raus rufen und kennenlernen.

Wie kann sie diesen Unsinn, denn du erzählst auch noch ernst nehmen, schämst du dich nicht??

Ja danke. Nebenbei vermisse ich meine Familie, was komisch ist, da gerade meine Sis mich ja sehr stark verletzt hat. Und es immer und immer wieder tut. Meine Eltern posten viele Bilder meiner Neffen im WhatsApp Status. Ich schaue mir alles an. Egal ob der Täter mit auf dem Bild ist. WILL ICH ETWA LEIDEN ODER WAS

Klar geht es mir danach nicht gut und ich komme ins Wanken.

Auch hatte ich endlich Kontakt mit der Station der Psychiarie und meinem ehemaligen Bezugspfleger. Sie stehen nach wie vor für Krisen, geplante Krisen, zu Verfügung. Gut wäre, wenn dann meine Thera auch kurz informiert, was Sache ist. Auch werden dann, im begrenzten Rahmen, die Traumadinge berücksichtigt. Ich hatte dem Herrn Pfleger die Dinge schreiben können. Er nimmt das ernst

Warum nehmen das Alle ernst, da ist doch nichts.

Ich hatte leider gestern einen Totalausfall mit meinem Lieblingsblödi. Ich fing an zu dissoziieren und komplett einzufrieren. Mich übernahm eine bis dato unbekannte Traumabeere. Ich konnte und durfte nicht reden, nichts tun. Nur stillhalten und aushalten. Es war grauenhaft. Derweil stand mein Unterleib in Flammen. Ich sah keine Bilder, aber in mir tauchte Wissen auf. Es war richtig schräg.

Im Endeffekt dauerte es lange, bis ich endlich mal den Notfallkoffer machen konnte und es war mir so unangenehm, dass mein Blödi alles mitbekam. Er nahm es locker und war wie immer einfach nur da und völlig cool. Sowas darf einfach nicht passieren, denn dieses Einfrieren habe ich doch schon vor Jahren gelernt zu kontrollieren und zu vermeiden. Doch ich weiß auch nicht.

Ich bin oft angespannter, als ich es merke. Ich kann nicht entspannen, denn dann wachen die Traumabeeren auf. Ich kann nicht runter kommen.

Es ist nicht zu greifen oder zu beschreiben. In mir bewegt sich was, es wühlt. Es macht mir Angst. Da kommt etwas und ich weiß nicht was.

Ich bin sehr müde. Wieder kommen Gedankenblitze mit blutigen Inhalt und Wünschen. Es sind nicht meine. Ich schaffe den Alltag nach wie vor. Habe nun ein paar Tage frei. Ich gehe arbeiten, mache den Haushalt, gehe Hobbys nach, treffe Freunde und koche sogar wieder. Doch ich bin so müde. Es würde in mir ein unglaublich schwerer Stein mich zu Boden ziehen. In mir lauert ein Schrecke und er flüstert mir oft etwas ins Ohr.

Ich bin müde. Manchmal wünsche ich mich in die Klinik, einfach nur um entspannen zu können. Loslassen zu können. Das ist natürlich Quatsch. Ich komme ja klar.

Es ist nur so anstrengend. Irgendetwas kommt. In mir. Etwas kämpft sich nach oben. Ich kann es mit den Ketten klirren hören.

Das doch nicht normal.

Kommentar??? Bitte gerne.